Gut beraten

An der Fachhochschule Nordwestschweiz startet im kommenden Juni der Zertifikatslehrgang „CAS Energieberatung". Der Kurs vermittelt theoretisches und praktisches Wissen rund um die Themen Gebäudeanalyse, Einsparpotenzialen und Sanierungsberatung. Absolventinnen und Absolventen eröffnet sich damit ein interessantes und schnell wachsendes Arbeitsgebiet.

Energieeffizienz ist beim Bauen längst zur zentralen Aufgabe geworden. Noch mangelt es aber an qualifizierten Fachpersonen, die umfassende Energieberatungen anbieten. Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) ändert dies mit dem Zertifikatslehrgang „CAS Energieberatung". Der im Juni 2010 in Muttenz beginnende Kurs wird zum ersten Mal durchgeführt. Er dauert ein Semester und kann berufsbegleitend absolviert werden.

Der Kurs richtet sich an Baufachleute aus den Bereichen Architektur, Gebäudetechnik, Bauphysik, Immobilien und Bauherrenberatung. Absolventinnen und Absolventen sind nach erfolgreichem Abschluss in der Lage, eine Energieberatung an Normalobjekten (Wohngebäude, Büros und Schulen) korrekt vorzunehmen. Dazu erlernen sie in den Kursen die energetischen Gesamtzusammenhänge und deren Abhängigkeiten kennen. 

Umfassende Ausbildung
Zu den Kursthemen gehören unter anderem die aktuellen Bau- und Energiestandards, die Projektorganisation in Planungs- und Bauprozessen, die energetische Gebäudeanalyse sowie häufige bauphysikalische Probleme und Bauschäden. Fundiertes Praxiswissen erlernen Studierende anhand realer Gebäude, indem sie fachkundige Dokumentationen von „Bestpractice-Beispielen" erarbeiten. Zudem ist es möglich, Themen aus der eigenen Berufspraxis oder aus einem eigenen Interessengebiet als Zertifikatsarbeit zu bearbeiten.

Der „CAS Energieberatung" ermöglicht es, nach individuellen Bedürfnissen ausgerichtete Basisfertigkeiten zu erwerben und zu trainieren - zum Beispiel das Training mit verschiedener Software, Arbeitstechnik sowie Selbstcoaching. Aktuelle Fachliteratur schafft zusätzlich den nötigen Bezug zu laufenden Fragestellungen im Bereich des ökologischen Bauens.

Beim „CAS Energieberatung" geht es primär nicht darum, ein neues Berufsbild aufzubauen. Vielmehr sollen sich ausgebildete Baufachleute im Bereich „Energieeffizienz in der Gebäudeerneuerung" weiterbilden . Denn das politische Ziel ist klar: Es braucht mehr energetische Erneuerungen. Diese Aufgabe soll umfassend und mit hoher architektonischer Qualität erbracht werden. Der Zertifikatslehrgang „CAS Energieberatung" vermittelt das nötige Fachwissen dazu.

Interview zum Thema

Foto Baumgartner

Interview mit  Andreas Baumgartner; dipl. Bauing. FH; dipl. Energieberater; Leiter des Zertifikatslehrgangs „CAS Energieberatung" 

Welche beruflichen Perspektiven eröffnet der Zertifikatslehrgang „CAS Energieberatung"?
Die Nachfrage nach qualifizierten Energieberatern - und insbesondere nach Bau- und Immobilienfachleuten mit vertieftem Wissen im Energiebereich -  ist nach meiner Beurteilung gross. Bund und Kantone haben 2010 das Gebäudesanierungsprogramm gestartet. Mit dem Gebäudesanierungsprogramm das Bund und Kantone 2010 gestartet haben und mit der generellen Sensibilisierung der Gesellschaft für Umweltanliegen erwarte ich, dass die längst fällige Erneuerungswelle für Hochbauten ins Rollen kommt.

Was sind die Voraussetzungen für den Lehrgang, wen möchten Sie damit ansprechen?
Wir sprechen Bau- und Immobilienfachleute an, die sich gezielt im Bereich der energetischen Gebäudeerneuerung weiterbilden wollen. Das Thema Neubauten wird ausgeblendet. Gesucht sind Fachpersonen die sich bereits heute mit Bestandesbauten beschäftigen und nun ihr integrales Energiewissen bezüglich Gebäudehülle, Gebäudetechnik, Energie- und Stoffbilanzen sowie Wirtschaftlichkeit ausbauen wollen. Grundsätzlich unterrichten die Dozenten auf Niveau Fachhochschule, der berufliche Rucksack scheint mir aber wichtiger als der schulische.

Aus Ihrer Erfahrung: Wie gut lässt sich die Ausbildung berufsbegleitend absolvieren?
Das Studium ist gezielt so strukturiert, dass es berufsbegleitend erfolgen kann. Die zeitliche Belastung liegt allerdings bei mindestens 2 Tagen pro Woche und einem 4 tägigen Einführungsblock. Innerhalb von vier Monaten - so lange dauert das CAS - sind insgesamt rund 300 Arbeitsstunden zu leisten. Das braucht eine hohe Motivation, Begeisterungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Der Lohn ist eine stark praxisorientierte Weiterbildung mit erfahrenen und profilierten Referenten. Und nicht zu unterschätzen ist das Networking unter den Kursabsolventen und den Dozenten. Da entstehen immer wieder neue, interessante Seilschaften.

Nützliche Links
CAS Energieberatung an der FHNW

Weiterbildung FHNW

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